Ein Gedankengang zum Handwerk aus Polen

Ein Gedankengang zum Handwerk aus Polen

Hier findest du einen Gedankengang zum Handwerk aus Polen in Anlehnung zu seiner Tradition.

Was versteht man unter dem sogenannten Sendungsbewusstsein? Es erklärt im Grunde nichts anderes als die Überzeugung einer Institution, ihre mit bestimmten Wertvorstellungen auf andere Individuen zu übertragen und für diese verbindlich zu machen. Sendungsbewusstsein wird meistens in Bezug auf missionierende Religionen oder aber auch bei einer politischen Bestrebung zur Expansion als Begriff vereinnahmt.  

Was wäre nun, wenn es eine solche Art des Sendebewusstseins auch generell in der Welt des Handels geben würde, bei der eine Nation in Form einer eigenen Entität, bestimmte Wertvorstellungen ausstrahlt, die gezielt den Handel beeinflussen. Es ist allgemein bekannt, dass Produkte aus deutscher Herstellungsstätte einen guten Ruf genießen. Wie dieser gute Ruf zustande kommt, bleibt erst einmal im dunklen verborgen. Der Vergleich zwischen einem Produkt aus Deutschland und einem Produkt aus Polen beispielsweise, unterliegt im ersten Impuls immer der damit verknüpften Intuition, die sich jedoch nicht selten aus dem Gefüge des Sendungsbewusstseins speist. Diese Generalisierung ist unhinterfragt ein gefährliches Fundament für die Bestrebung einer globalen Marktwirtschaft, lässt sie doch rationale Verankerungen ausgeklammert. Beim Vergleich von Handwerksprodukten aus Polen und Deutschland wird immer die Einwirkung des Sendungsbewusstseins mitschwingen, was eine rationale Entscheidung beim Prozess der Erstehung erschwert.

Die Einführung der preußischen Verwaltung im Großherzogtum Posen von 1815-1830

Nach den napoleonischen Kriegen und den damit verbundenen territorialen Umstrukturierungen in Europa wurde auf dem Wiener Kongress im Jahr 1815 beschlossen, dass ein Großteil des ehemaligen polnischen Territoriums, das sogenannte Großherzogtum Posen, unter preußische Verwaltung gestellt wird. Dies markierte den Beginn einer intensiven Phase der Integration und Verwaltung durch Preußen, welche bis 1830 andauerte und weitreichende Folgen für die Region und insbesondere für Polen hatte.

Die Einführung der preußischen Verwaltung im Großherzogtum Posen 1815 1830

Bild Quelle: Juliusz Knorr, Public domain, via Wikimedia Commons

Timeline 1815-1830:

  • 1815: Auf dem Wiener Kongress wird das Großherzogtum Posen Preußen zugeordnet.

  • 1816-1817: Reform der Verwaltungsstrukturen. Preußen führt eine moderne Verwaltung ein, bei der Distrikte und Kreise eingerichtet werden. Dies erleichtert die Effizienz und Kontrolle des Gebiets.

  • 1818: Einführung des preußischen Steuersystems. Dies hat zur Folge, dass eine einheitliche Steuerstruktur geschaffen wird, die das wirtschaftliche Wachstum der Region fördert.

  • 1820: Bildungsreformen. Preußische Schulen werden im Großherzogtum Posen eingerichtet und das Bildungssystem wird an das preußische angeglichen.

  • 1823: Landwirtschaftliche Reformen. Preußen fördert die Modernisierung der Landwirtschaft durch die Einführung neuer Technologien und Anbaumethoden.

  • 1825: Beginn des Baus von Infrastrukturprojekten, insbesondere Straßen und Brücken, um die wirtschaftliche Integration und den Handel zu fördern.

  • 1828: Wirtschaftsförderung. Preußische Investitionen fließen in lokale Handwerksbetriebe, um die Produktion und den Export zu fördern.

  • 1830: Das Großherzogtum Posen wird fest in das preußische Verwaltungssystem integriert. Es folgen jedoch auch polnische Unabhängigkeitsbestrebungen.

Während der 15 Jahre der preußischen Verwaltung im Großherzogtum Posen wurden zahlreiche Reformen durchgeführt, die das Leben der Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung der Region maßgeblich beeinflussten. Durch die Einführung einer modernen Verwaltung, Bildungsreformen, Investitionen in die Infrastruktur und die Wirtschaftsförderung wurde die Basis für eine nachhaltige Entwicklung der Region gelegt.

Schlussfolgerung:

Es ist unbestreitbar, dass die Einführung der preußischen Verwaltung im Großherzogtum Posen zwischen 1815 und 1830 weitreichende Auswirkungen auf die Region hatte. Die strukturellen und wirtschaftlichen Reformen, die in diesen 15 Jahren durchgeführt wurden, schufen eine solide Grundlage für das wirtschaftliche Wachstum Polens in den folgenden Jahrzehnten.

Das Großherzogtum Posen, das zuvor unter fragmentierter Verwaltung und wirtschaftlicher Stagnation gelitten hatte, erlebte durch die preußische Verwaltung eine Renaissance in vielen Handwerkskünsten. Die Investitionen in die Bildung, die Landwirtschaft und die Infrastruktur, sowie die Einführung moderner Verwaltungs- und Steuersysteme, schufen die notwendige Umgebung für das Entstehen von Fachkompetenzen und das Wachstum von Handwerksbetrieben.

So paradox es klingen mag, die preußische Verwaltung, die oft als repressiv und assimilatorisch angesehen wurde, trug in gewisser Weise dazu bei, das kulturelle und wirtschaftliche Erbe Polens zu stärken. Es war die Fusion von preußischer Effizienz und polnischem Unternehmergeist, die eine unschätzbare Synergie schuf und Polen ermöglichte, seine wirtschaftliche Stärke in vielen Handwerkskünsten zu entfalten.

Trotz der politischen Spannungen und der Bestrebungen nach Unabhängigkeit, die in den 1830er Jahren aufkamen, kann nicht geleugnet werden, dass das Großherzogtum Posen – und damit auch Polen – von den wirtschaftlichen und strukturellen Reformen profitierte, die während der preußischen Verwaltung durchgeführt wurden. Es legte das Fundament für das moderne, wirtschaftlich florierende Polen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Handwerk und Wirtschaft nach der  Einführung der preußischen Verwaltung

Ob es das Carport aus Polen, die Terrasse aus Polen oder aber das Gartenhaus aus Polen ist, welches angeschafft werden soll; ein immanenter Glaubensanteil, lässt sich durch äußere Installationen im Bewusstsein nicht umgehen. Das polnische Handwerk ist mit seiner Tradition verankert, was das äußerliche Bild unumwunden auch heute noch prägt. Im Klima der Unterdrückung im Staat wuchs der Glaube des pol­nischen Messianismus, der die Bedeu­tung der wirklichen Situation umstellte, indem er den besonderen Sen­dungs­auftrag des polni­schen Volkes verkündete und als verbindlich erklärte. Das Leid von Polen wur­de nach der Demonstration von 1830 geistig gedeutet, denn nur so konnte Polen sich als Erlöser und freiwilliges Opfer der Völker darstellen.

Schlussendlich gilt es zu verstehen, dass machtpolitische Interessen ganz klar vom Handel zu trennen sind und unbedingt geistig durchleuchtet gehören. Es spielt keine Rolle, ob eine Treppe aus Polen das eigene Haus bereichern soll oder eben es die Zäune aus Polen sind, die ihrem guten Ruf vorauseilen. Mit großer Gewissheit sollte Handel betrieben und immerwährend auch die Geschichte im Hinterkopf behalten werden.